Stadt-Land-Plus Zahl des Monats

Hier stellen wir Ihnen die "Stadt-Land-Plus" Zahl des Monats vor. Mit einer Sammlung an Beiträgen wollen wir die unterschiedlichen Facetten der Stadt-Land-Beziehungen beleuchten. Ein neuer Beitrag wird zum Monatsanfang veröffentlicht.

2024

März 2024

Die Zahl 12 auf grauem Grund.

12 ist die Zahl des Monats März. 12 % betrug die Zirkularitätsrate für alle Materialgruppen in Deutschland im Jahr 2019 (Quelle: Dittrich et al. 2021).

Die Zirkularitätsrate (englisch circular material use rate (CMU)) setzt die Abfälle, die in ein Recycling gehen, ins Verhältnis zur gesamten Menge an Rohstoffen, die genutzt werden. Somit liefert sie einen Richtwert für den Beitrag von Sekundärrohstoffen (Rezyklate) zum gesamten Rohstoffbedarf. Sie unterschiedet sich von der Recyclingquote, die beschreibt, wie viel Prozent aller Abfälle in ein Recycling gehen. Dabei wird aber kein Bezug zum gesamten Rohstoffverbrauch hergestellt.

Die Zirkularitätsrate ist politisch sehr relevant, denn die EU-Kommission nutzt die Zirkularitätsrate als einen zentralen Indikator der Kreislaufwirtschaft. Das Ziel ist, die Zirkularitätsrate in der EU bis 2030 zu verdoppeln. Die Berechnungsmethode ist relativ standardisiert und die EU-Länder sind dadurch gut vergleichbar, was bei anderen Indikatoren nicht der Fall ist.

Ein Nachteil der Zirkularitätsrate ist, dass die recycelte Abfallmenge oft überschätzt wird, denn alle Abfälle, die einer Sortier- oder Recyclinganlage zugeführt werden, gelten bereits als recycelt. In der Regel werden die teils erheblichen Verluste in der Sortierung und im Recycling sowie Verunreinigungen, Fehlwürfe, etc. nicht herausgerechnet.

Eine Alternative zur Zirkularitätsrate stellt die Substitutionsquote dar, denn diese berücksichtigt nur die Rezyklate, die tatsächlich zur Produktion neuer Güter wieder eingesetzt wird. Sie bildet die Kreislaufwirtschaft daher besser ab, jedoch fehlt es aktuell an einer robusten Datengrundlage für eine umfassende Berechnung der Substitutionsquote.

Tatsächlich ist die Zirkularitätsrate durch vollständiges Recycling jedoch auf gerade einmal 22 % steigerbar, denn das Potential des Recyclings ist sehr begrenzt. Das unterstreicht die Notwendigkeit der Reduktion des gesamten Rohstoffbedarfs, also des Nenners der Zirkularitätsrate.

Aber wie kann das in Rahmen von regionaler Wertschöpfung umgesetzt werden?

Ansatzpunkte für die Steigerung der Zirkularitätsrate ergeben sich z.B. durch rohstoffsparenden Konsum, der z.B. im Bereich regionaler Ernährungssysteme gut umsetzbar ist durch Maßnahmen wie bspw.

  • Abfallvermeidung im Verpackungsbereich, z.B. durch Mehrweglösungen bei Außer-Haus- und Gemeinschaftsverpflegungsangeboten,
  • weniger transportbedingte Abfälle durch Reduzierung der Transporte (weniger Transportverpackungen, weniger Ausschuss und Verluste infolge Transport- und Lagerbedingungen, z.B. Druckstellen, Fäulnis etc.) durch die räumliche und zeitliche Nähe von Erzeugung und Verbrauch,
  • weniger Abfälle durch die Reduzierung vorverarbeiteter, verpackter Nahrungsmittel infolge eines höheren Verbrauchs frischer unverpackter Lebensmittel in regionalen Versorgungskonzepten wie z.B. Obst-/Gemüsekisten aus Direktvermarktung, Solidarische Landwirtschaft u.a.,
  • geringere Lebensmittelverschwendung durch höhere Wertschätzung für Lebensmittel (nachhaltig, regional, frisch etc.) oder
  • geringeren Verbrauch an fossilen Rohstoffen infolge der Energiewende durch mehr regionale Reststoff- und Abfallnutzung, die z.B. durch eine flächendeckende Einführung der Biotonne für Vergärung oder Kompostierung gesteigert werden könnten.

 

Weitere Möglichkeiten zur Steigerung der Zirkularitätsrate bestehen durch die Verlängerung oder Intensivierung der Nutzung durch Reparatur, Sharing- und Second Hand-Konzepte, was z.B. im Bereich Möbel, Gebrauchsgegenstände oder technischer Büroausstattung regional gut umsetzbar wäre. Darüber hinaus können sich Synergien und Kosteneinsparungen in Netzwerken oder von verschiedenen Unternehmen in einem Wertschöpfungsnetz ergeben, z.B. durch Nutzung gemeinsamer Infrastruktur oder Dienstleistungen.

 

Welche weiteren Möglichkeiten bestehen, durch kreislaufwirtschaftliche Ansätze zu regionaler Wertschöpfung und Nachhaltigkeit beizutragen, wurde auch im Fachforum 24 „Stadt-Land-Plus – Wertschöpfung und Nachhaltigkeit durch Kreislaufwirtschaft“ auf der Grünen Woche diskutiert.

Unter dem Titel „LAND.SCHÖPFT.WERT – Starke ländliche Regionen“ wurde das Thema regionale Wertschöpfung in ländlichen Räumen am 24. und 25. Januar 2024 beim 17. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung 2024 (ZFLE) in den Fokus gerückt, denn: die Entwicklung nachhaltiger Wirtschaftskreisläufe ist zentral für die Interaktion von Stadt und Land. Die Stadt-Land-Plus-Verbundvorhaben untersuchen regionale Wertschöpfungspotenziale in vielfältigen Kontexten, z. B. Verwertung von Restbiomassen, Wiedereinsatz von Baumaterialien, Regionalprodukte und Nutzungskaskaden zur Entlastung der Flächennutzung. Kreislaufwirtschaft in regionaler Kooperation hat sich dabei als eine zentrale Stellschraube für die Verbindung von Wertschöpfung und Nachhaltigkeit erwiesen. Bei dem Fachforum präsentierten Vertreter:innen der Verbundvorhaben INTEGRAL, KOPOS und OLGA praxistaugliche Lösungen und diskutierten zukunftsfähige Alternativen. Weitere Infos zur Veranstaltung finden Sie hier.

Quelle für Hintergrundinfos: Dittrich, M., Limberger, S., Ewers, B., Stalf, M., Knappe, F., Vogt, R. (2021): Sekundärrohstoffe in Deutschland, im Auftrag des NABU, Heidelberg.

 

Februar 2024

Die Zahl 5 auf grauem Grund.

Die Zahl des Monats Februar ist 5. Die fünf steht für die BIG FIVE, in diesem Fall jedoch nicht klassisch für die fünf Großwildtiere in Afrika, sondern für fünf übergeordnete Handlungsempfehlungen für die Region Berlin-Brandenburg zum Thema Regionale Ernährung und Flächenentwicklung. Diese wurden zusammengetragen, aufgearbeitet, aufgeschrieben und veröffentlicht durch das Verbundvorhaben KOPOS.

The BIG 5 umfassen:

  1. Ernährung als Themen- und Politikfeld der öffentlichen Daseinsvorsorge als länderübergreifendes Themencluster integrieren!
  2. Landwirtschaftsflächen als Vorranggebiete deklarieren!
  3. Flächenverbrauch eindämmen, besser kontrollieren und sanktionieren!
  4. Proaktive und gemeinwohlorientierte Bodenpolitik!
  5. Bestehende informelle, interkommunale Kooperationen für eine Verankerung der Themen „Ernährung“ sowie „Flächenentwicklung“ stärker ausbauen und nutzen!

Zu jeder dieser fünf Empfehlungen wurden weitere konkretere Empfehlungen, die auf die Landes-, Regional- oder Kommunalebene fokussieren, erarbeitet, sodass 20 konkrete Unterempfehlungen entstanden sind. Die Empfehlungen beziehen sich auf die Region Berlin-Brandenburg, sind aber auch Anregung und Vorbild für den Diskurs zum Thema in ganz Deutschland.

Diese Handlungsempfehlungen wurden auch beim Fachforum „Stadt-Land-Plus - Wertschöpfung und Nachhaltigkeit durch Kreislaufwirtschaft“ im Rahmen des 17. Zukunftsforums ländliche Entwicklung des BMEL am 25. Januar, zusammen mit KOPOS und weiteren Stadt-Land-Plus Verbundvorhaben, vorgestellt.

Januar 2024

Die Zahl 6,35% auf grauem Grund.

6,53 % der Fläche Deutschlands sind versiegelt. Weitere 7,96 % der Fläche Deutschlands werden als Siedlungs- und Verkehrsfläche in Anspruch genommen, sind aber nicht versiegelt, z.B. Parks und Freibäder, Kleingartenanlagen, Friedhöfe, Böschungen, Seiten- und Mittelstreifen. Insgesamt entsprechen die 14,49 % Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland 51.813 km2. Davon sind etwa 45,1 %, das entspricht 23.368 km2, versiegelt. (alle Zahlen für 2021)

Um 93 km² vergrößerte sich die versiegelte Fläche von 2020 bis 2021 in Deutschland. Genaue Zahlen für die folgenden Jahre (2022 und 2023) sind noch nicht bekannt. Versiegelung bedeutet, dass eine Fläche bebaut, betoniert, asphaltiert, gepflastert oder anderweitig befestigt ist. Damit gehen wichtige Bodenfunktionen, vor allem die Wasserdurchlässigkeit und die Bodenfruchtbarkeit, dieser Flächen verloren. Versiegelte Flächen heizen sich in der Regel schneller auf als unversiegelter Boden. Mensch und Natur an stark versiegelten Orten sind häufiger Hitzestress ausgesetzt. Die verminderte Wasserdurchlässigkeit durch Versiegelung kann zudem bei Starkregen zu Überschwemmungen und Hochwasser führen, sie führt aber auch zu niedrigeren Grundwasserspiegeln und Niedrigwasser. Zusammengefasst: Bodenversiegelung erhöht die Gefahr von negativen Folgen für Mensch und Natur, insbesondere im Hinblick auf zunehmende Extremwetterereignisse.

Eine andere wichtige Nenngröße ist der Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsflächen. Flächenverbrauch und Bodenversiegelung hängen zusammen, meinen jedoch nicht das gleiche, denn dem Flächenverbrauch werden auch Flächen zugerechnet, wie beispielsweise unbefestigte Wege, Randstreifen oder auch Gärten innerhalb der Siedlungs- und Verkehrsflächen, die grundsätzlich noch wichtige Bodenfunktionen leisten. Das Tempo des Flächen-Neuverbrauchs geht zwar zurück, aber die Zunahme des Flächenverbrauchs, egal ob versiegelt oder nicht, geht in weiten Teilen zulasten von landwirtschaftlichen Flächen und Naturräumen, die damit unwiederbringlich verloren gehen. So betrug die Inanspruchnahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche in den Jahren 1997 bis 2000 im Schnitt 129 ha am Tag, was etwa 180 Fußballfeldern entspricht. Demgegenüber ging der durchschnittliche tägliche Anstieg in den Jahren 2018 bis 2021 auf 55 ha zurück, wobei zuletzt wieder ein leichter Anstieg in der Trendkurve zu verzeichnen ist.

Die Bundesregierung hat sich deshalb im Rahmen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 die Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlungen und Verkehr auf unter 30 Hektar pro Tag zu verringern. Nach dem Klimaschutzplan der Bundesregierung soll der Flächenverbrauch bis 2050 auf Netto-Null reduziert und somit der Übergang in eine Flächenkreislaufwirtschaft vollzogen sein.

Aktuell ist der Neubau von Wohnraum und damit auch die Flächenneuinanspruchnahme ein brennendes Thema - zumindest kürzlich thematisiert in einem Interview mit Bundeskanzler Olaf Scholz, in dem er den Bau neuer Stadtviertel, auch „auf der grünen Wiese“, ins Gespräch brachte. Durch Nachverdichtung im besiedelten Raum kann der Flächenneuinanspruchnahme teilweise entgegengewirkt werden. Wenn Freiflächen in Städten und Dörfern durch Nachverdichtung bebaut werden, steigt dadurch zwar nicht die Flächeninanspruchnahme, jedoch kann die Versiegelung ansteigen. Eine sorgfältige Planung ist notwendig, damit Klimafolgen dann nicht zunehmen. Maßnahmen können sein, auf Freiflächen, auf denen Versiegelung nicht zu verhindern ist, durch Teilversiegelungen, wie (versickerungsfähige) Pflastersteine, Rasengitter oder wasserdurchlässigen Asphalt zumindest einen Teil der ökologischen Folgen der Versiegelung zu reduzieren (siehe auch Kinderbuch: Flusspiraten). Inspiration, wie die Flächenversiegelung eingedämmt werden kann, sind auch im SLP-Verbundvorhaben NACHWUCHS zu finde. NACHWUCHS hat u.a. innovative Ideen gesammelt, wie Landwirtschaft und Wohnen auf engen Raum koexistieren kann. Um weitere Versiegelung zu verhindern, bieten der Ausbau des Bestands, auch durch die Aufstockung von Gebäuden Optionen, dem jedoch teilweise regionale und kommunale Regelungen entgegenstehen, aber auch die hohen Kosten seitens der Immobilieneigentümer:innen.

Das gesamte Problem mit dem Flächenfraß, der Bodenversieglung und Wohnungsnot ist auch in der SWR Dokumentation "Das Ende der Neubaugebiete? Wohnraum ohne Naturzerstörung" aufgearbeitet.

Quellen: alle Zahlen vom UBA

2023

Dezember 2023

Die Zahl 800 auf grauem Grund.

Über 800 ha misst das Gelände, auf dem das Wassergut Canitz im Trinkwasserschutzgebiet der Leipziger Wasserwerke ökologischen Landbau betreibt. Das Ziel ist dabei, Nahrungsmittel auf der Fläche zu produzieren und gleichzeitig die darunterliegenden Trinkwasserressourcen zu schützen.

Der Anbau erfolgt nach folgenden Maßstäben:

  • Verzicht auf jegliche Pflanzenschutzmittel,
  • Verzicht auf mineralische Düngemittel,
  • Breite und gesunde Fruchtfolge,
  • Ausgewogener Anteil an Hack- und Gemüsekulturen,
  • Ausgeglichenes Anbausystem,
  • Niedrige Stickstoffsalden.

Auf den Anbauflächen werden Daten erhoben und wissenschaftlich ausgewertet, um den Anbau und den Wasserschutz weiter zu optimieren. Mittels Saugplattenversuch werden die Auswirkungen des Anbausystems auf Qualität und Quantität des Sickerwassers überprüft. Dabei wird das unterhalb der Wurzelzone anfallende Wasser auch auf Nitrat untersucht. So wurde z.B. herausgefunden, dass durch eine auf Wintergetreide folgende Selbstbegrünung der Wasserhaushalt positiv beeinflusst wird und sich die Nitratwerte im Sickerwasser verringern. 

Diese und weitere Ergebnisse wurden bei der Abschlusskonferenz des Verbundvorhabens WERTvoll am 08.11.2023 in Wurzen nach fünf Jahren Forschungs- und Erprobungsphase vorgestellt.

Gleichzeitig treffen diese Bemühungen zum Schutz von Boden und Wasser auch den Kern des diesjährigen Weltbodentages der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) am 5.Dezember. Unter dem Motto „Soil and Water, source of Life“ (Boden und Wasser, Quelle des Lebens) soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass erst der Schutz von beidem die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen in Stadt und Land langfristig sicherstellen kann, was insbesondere im Jahr 2023 als wahrscheinlich wärmsten Jahr seit 125.000 Jahren an Bedeutung gewinnt.

Quelle: Poster bei der Ausstellung bei der WERTvoll Zukunftskonferenz

November 2023

Die Zahl 87% auf grauem Grund.

87% der der Bevölkerung Deutschlands ist es wichtig, dass ihr Obst und Gemüse aus der Region stammt, in der sie leben. Bei Eiern sind es sogar 88%. Diese Zahlen basieren auf Befragungen für den Ernährungsreport 2023 des BMEL.

Im Report wird weiterhin angegeben, dass 82% der Befragten beim Einkauf auf die gesetzlich vorgeschrieben Herkunftsnachweise bezüglich des Landes und der Region achten, aus der ein Produkt stammt. Spannend ist zudem, dass 72% der Befragten beim Einkauf Wert auf Angaben für eine umweltverträgliche Erzeugung der Produkte legen. Bei gezielterem Nachfragen, welche Aspekte einer umweltverträglichen Erzeugung besonders wichtig sind, geben von diesen 72% wiederum 92% an, dass ihnen die Angaben zur Herkunft des Produkts wichtig seien, noch vor Angaben zur ökologischen oder konventionellen Bewirtschaftung (85%).

Die Angaben zeigen, dass die Herkunft von Produkten, und somit auch eine regionale Ernährung, für Menschen in Deutschland eine wichtige Rolle spielen.

Damit diese auch wirklich umweltverträglicher sind, wurden in den Verbundvorhaben VoCo und ReProLa Ansätze, z.B. Apps, für Transportkooperationen regionaler Erzeugnisse erprobt und etabliert. Im Verbundvorhaben KOPOS wird die Bündelung des Warentransports für Regionalprodukte über einem Großmarkt erprobt. Denn die Gestaltung des Warentransports ist ein wichtiger Faktor dafür, ob ein regionales Produkt tatsächlich emissionsärmer und damit umweltverträglicher ist. Unabhängig davon können aber frische regionale Lebensmittel zu einer gesunden Ernährung beitragen und Möglichkeiten für das Schließen von Stoffkreisläufen und die Vermeidung von Verpackungsmaterialien bieten.

Quelle: alle Zahlen aus dem BMEL Ernährungsreport 2023

Oktober 2023

Die Zahl 1,6 auf grauem Grund.

1,6 Milliarden Menschen weltweit haben keinen angemessenen Wohnraum. Diese Zahl stammt aus der Halbzeitbilanz der Agenda 2030 und wird im Kapitel zu SDG (Nachhaltiges Entwicklungsziel) 11 „Nachhaltige Städte und Siedlungen“ aufgeführt.

Obwohl der Großteil dieser 1,6 Mrd. Menschen in Slums oder informellen Siedlungen am Rande von Städten des globalen Südens leben, weist der Bericht auch auf die Wohnungsnot in reichen Ländern hin. In Deutschland sind die Preise für Wohnraum insbesondere in Großstädten und Ballungsräumen in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Die Nettokaltmieten in deutschen Großstädten liegen laut Bericht 30 % über den Mieten im ländlichen Raum. Dies erschwert ein Leben im städtischen Umfeld insbesondere für Geringverdienende und Menschen, die Sozialleistungen empfangen, nicht zuletzt durch das in den letzten Jahren gesunkene Angebot an Sozialwohnungen.

Die Vereinten Nationen haben den „Urban October“ ausgerufen: Er beginnt am 3.Oktober mit dem „World Habitat Day“ und endet am 31. Oktober mit dem „World Cities Day“. Themen sind in diesem Jahr u.a. die Finanzierung von Städten und die Resilienz urbaner Ökonomie und damit auch bezahlbarer Wohnraum in den Städten.

Innerhalb Deutschlands ziehen jedenfalls immer mehr Menschen, teils auch wegen der geringeren Wohnkosten, aus den Städten in den ländlichen Raum, wie beispielsweise in der Publikation „Landlust neu vermessen“ ausgeführt wird. Spannend bleibt diese Entwicklung im Hinblick auf die resultierenden Pendlerströme, v.a. durch eine mögliche Verteuerung des motorisierten Individualverkehrs infolge der zu erwartenden CO2-Steuer und weiterer Entwicklungen.

Quelle: Halbzeitbilanz der Agenda 2030 und „Landlust neu vermessen“

September 2023

Die Zahl 6 auf grauem Grund.

Rund 26 Millionen Menschen leben in Deutschland im ländlichen Raum, während rund 57 Millionen Menschen im städtischen Raum leben. Diese Zahlen stammen aus einer Abfrage von INKAR - Indikatoren und Karten zur Raum- und Stadtentwicklung des BBSR – Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung und beziehen sich auf das Jahr 2020.

Ganz so einfach ist die Frage, wie viele Menschen im ländlichen und städtischen Raum in Deutschland leben, aber nicht zu beantworten. Je nach Definition der Indikatoren für die Raumstruktur von ländlichem und städtischem Raum bekommen wir ein etwas anderes Bild. Der Thünen-Landatlas des Thünen Instituts für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen zählt Beispielsweise fünf Faktoren, u.a. die Dichte der Bevölkerung in einem bestimmten Radius in der Nähe oder Ferne eines Oberzentrums oder die Verfügbarkeit bestimmter Infrastrukturen, hinzu. Dadurch entstehen unterschiedliche Grade von Ländlichkeit, sodass teilweise auch Klein- und Mittelstädte zum ländlichen Raum zählen, die aus der o.g. Erhebung des BBSR rausfallen.

Nicht zu vergessen ist auch das persönliche Gefühl über die Ländlichkeit oder Urbanität eines Standortes. Menschen die in Vororten von Großstädten leben, werden sich vielleicht eher als ländlich lebend bezeichnen, während Menschen im Kern einer ländlichen Kleinstadt ihr Wohnumfeld womöglich eher als urban bezeichnen.

Innerhalb Deutschlands wandern Menschen auch zwischen den Raumtypen und verändern diese stetig. Immer mehr Menschen zieht es aktuell in das direkte Stadtumland, in die sogenannten Speckgürtel kleiner, mittlerer oder großer urbaner Zentren. Also aus der Stadt raus oder vom Land näher an die Stadt heran.

Egal wie man es betrachtet, ländliche Bevölkerung und Infrastrukturen im ländlichen Raum geraten gefühlt oder faktisch oft in den Hintergrund bzw. sind einfach geringer an der Zahl. In Stadt-Land-Plus werden die Stärken von beidem, städtischen und ländlichen Raum, gleichwertig betrachtet und versucht, die zahlreichen Verflechtungen beider Räume nachhaltiger zu gestalten.

Die Zahl des Monats Oktober wird den Blick auf ein Stadt-Thema werfen. Anlass ist der „Urban October“ der von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde: Er beginnt am 3.Oktober mit dem „World Habitat Day“ und endet am 31. Oktober mit dem „World Cities Day“. Grund genug, im Monat September den Fokus auf die 26 Millionen Menschen, die im ländlichen Raum Deutschlands leben, zu richten!

August 2023

Die Zahl 6 auf grauem Grund.

6 ist die Zahl des Monats August, denn 6 Abschlussveranstaltungen von Stadt-Land-Plus Verbundprojekten haben schon stattgefunden:

  1. Den Anfang hat RAMONA am 31.03.2023 gemacht. In dem Projekt wurden regionale und multifunktionale Ausgleichs- bzw. Kompensationslösungen erarbeitet, um die naturschutzfachliche Eignung für unterschiedliche Landnutzungen sicherzustellen und Belange des Boden-, Natur- und Artenschutzes sowie der Erholung zu vereinen.
  2. Interko2 folgte am 23.05.2023. Bei der Veranstaltung wurde diskutiert, wie die Projektergebnisse für ein abgestimmtes Wohnflächenkonzept in den Regionen Leipzig, Halle/Saale und Jena in die Praxis überführt werden können und bisherige Erfahrungen ausgetauscht.
  3. Die Abschlussveranstaltung von StadtLandNavi fand am 09.06.2023 In StadtLandNavi entwickelten und erprobten Wissenschaft und Praxis ein Managementtool für ein strategisches ressourcenschonendes Landmanagement über administrative Grenzen in der Region Leipzig-Westsachsen hinweg. Im Fokus standen dabei Wohnflächenentwicklung und Kulturlandschaftsgestaltung.
  4. Eine Woche später am 06.2023 präsentierte sich das Projekt NACHWUCHS bei seiner Abschlussveranstaltung. In NACHWUCHS wurden neue Raumbilder für die Projektregion Köln/Rhein-Erft-Kreis erarbeitet, die die Integration von landwirtschaftlicher Produktion und Naturschutz in Siedlungen ermöglichen und gleichzeitig genug qualitativen Wohnraum im Wachstumsgebiet bietet.
  5. Wiederum eine Woche später am 06.2023 ging die Reise ins Nürnberger Knoblauchsland zur Abschlussveranstaltung von ReProLa. Das zentrale Thema des Projektes sind regional produzierte Nahrungsmittel aus der Metropolregion Nürnberg. In den letzten Jahren hat das Projekt den Aktionsplan „Heimat für Regionalprodukte“ erarbeitet und regional verankert.
  6. Das Projekt VoCo, in dem es um regionale Landwirtschaft in der Region Vorpommern geht, präsentierte bei der Abschlussveranstaltung am 03.07.2023 seine vielfältigen Ansätze, die Transportlogistik, Verbraucherbildung, z.B. durch Lern- und Erlebnisorte, und landschaftliche Aspekte, z.B. den Moorschutz, beinhalten.

Ausblick:

Demnächst wird NEILA am 22.09.2023 seine Abschlussveranstaltung als Session bei der DKG '23 (Deutscher Kongress für Geographie 2023) veranstalten. NEILA erarbeitet ein Lasten-Nutzen-Ausgleichssystem im Rahmen eines interkommunalen Siedlungsentwicklungskonzepts, setzt dieses sukzessive in der :rak-Region um und prüft die Übertragbarkeit auf andere Regionen.

Die Abschlussveranstaltung von WERTvoll findet als Zukunftskonferenz am 08.11.2023 statt. Das Projekt erarbeitet eine kooperative Landnutzungsstrategie für die Region Leipzig und Wurzener Land durch den marktorientierten Aufbau von Mehrnutzungskonzepten, in denen mehrere Leistungen gezielt auf derselben Fläche verankert werden, z. B. Nahrungsmittelerzeugung, Trinkwassergewinnung, Biodiversität und Klimaschutz.

Juli 2023

10 … kurze Videos vermitteln einen praxisorientierten Einblick in die Potentiale und Herausforderungen der Digitalisierung in kommunalen Verwaltungen.

Digitalisierung ist ein Querschnittsthema in Stadt-Land-Plus. Denn Digitalisierung und digitale Prozesse können Planungs- und Beteiligungsprozesse in Stadt und Land unterstützen, verbessern und gerechter machen. Aber Digitalisierung und digitale Prozesse können auch die Disparität von Stadt und Land verstärken, wenn diese nicht gut umgesetzt werden.

Das Projekt „Digitale Kommunen, Digitale Region“ beschäftigt sich mit digitalen Prozessen in kommunalen Verwaltungen und Kommunen. Die Kernfrage ist, wie Digitalisierung genutzt werden kann, um Verwaltungsprozesse und kommunale Arbeit zu verbessern und dabei auch die unterschiedlichen Bedürfnisse in Stadt und Land, von Alt und Jung oder Menschen mit Sprachbarrieren etc. nicht aus dem Blick zu verlieren. Denn das reine Übersetzen von Verwaltungsprozessen „von analog zu digital“ ist nicht immer zielführend. Stattdessen bietet es sich an, die Digitalisierung als Chance und Gelegenheitsfenster zu verstehen, bestehende Prozesse zu überdenken, gegebenenfalls neu zu gestalten und nachzubessern.

Das Projekt „Digitale Kommunen, Digitale Region“ hat 10 kurze Videos veröffentlicht, in denen verschiedene Aspekte der Digitalisierung in der Arbeit der Kommunen beleuchtet und von Experten:innen lösungsorientiert kommentiert werden. Die Videos sind Denkanstoß und Inspiration für wirklich smarte Verwaltungsprozesse – in Stadt und Land!

Die Videos finden Sie hier.

Juni 2023

12 ist die Zahl des Monats Juni. Denn 12 von 22 Verbundvorhaben haben 2018 in der Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus ihre Arbeit begonnen und bis zu diesem Jahr erfolgreich Ergebnisse für nachhaltigere Stadt-Land-Beziehungen erarbeitet und mit Praxispartnern umgesetzt. Die Förderung dieser 12 Verbundvorhaben über Stadt-Land-Plus endet in diesem Jahr – die erarbeiteten Ansätze aber bleiben bestehen und sollen entsprechend etabliert und weiterentwickelt werden. Die restlichen 10 Verbundvorhaben begannen alle 2020 und werden noch bis 2025 neue Erkenntnisse erarbeiten und deren Umsetzung erproben.

Die Zahl 12 ist aber auch zentral für die Stadt-Land-Plus Statuskonferenz 2023, denn der Startschuss der Statuskonferenz ist der 12. Juni um 12 Uhr. Bei der diesjährigen Statuskonferenz werden alle 22 Verbundvorhaben ihre Ergebnisse präsentieren und ein reger Austausch mit Praxispartner:innen angestoßen. Für die 12 Verbundvorhaben, die 2018 begonnen haben, ist die Statuskonferenz auch die Abschlusskonferenz.

Einige werden der Stadt-Land-Plus-Community auf die ein oder andere Weise erhalten bleiben, z.B. durch Mitarbeitende oder Stabsstellen, die durch die Verbundprojekte implementiert wurden und in kommunalen Verwaltungen die Ergebnisse weiter einspeisen und bearbeiten. Auch sind wir bemüht, das Netzwerk durch die Stadt-Land-Plus-Teambörse zu stärken, bspw. durch ein Alumni-Treffen im nächsten Jahr.

Mai 2023

151 Nennungen zu rechtlichen Hürden haben die Stadt-Land-Plus Verbundvorhaben als Diskussionsgrundlage eingereicht.

Immer wieder sind innovative, auf Nachhaltigkeit abzielende Vorhaben und insbesondere auch Forschungsvorhaben mit der Situation konfrontiert, dass die beabsichtigte Innovation durch das bestehende Normengefüge behindert wird oder aber, dass Regelungen fehlen, die solche Innovationen unterstützen.

In der BMBF-Fördermaßnahme „Stadt-Land-Plus“ wurde nun erstmals auf Anregung des BMBF und des Projektträgers Jülich pilothaft der Versuch unternommen, solche „rechtlichen Hürden“ systematisch zu identifizieren und dazu die gesammelte Kompetenz der in den 22 Verbundvorhaben engagierten wissenschaftlichen und kommunalen Partner zu nutzen.

Dazu wurden die Verbundvorhaben gebeten, die bei ihrer Projektbearbeitung erkannten, relevanten rechtlichen Hürden zu benennen, die Wirkung zu beschreiben und nach Möglichkeit Verbesserungsvorschläge zu machen.

21 der 22 Verbundvorhaben haben darauf insgesamt 151 Nennungen zu rechtlichen Hürden eingereicht.

Diese wurden vom Querschnittsvorhaben zunächst nach den fünf Kategorien 1.Ressourcenschutz und -kreisläufe, 2.Raumordnung und Baurecht, 3.Datenverfügbarkeit / Datenschutz, 4.Vergaberecht, 5.Fördersystematik / Zuständigkeiten geclustert. Dann wurde eine Liste von 21 besonders relevant erscheinenden Hürden erarbeitet. Diese wurden mit den Vertreter:innen der Verbundvorhaben auf einem Online-Workshop am 17. April 2023 diskutiert.

Ziel ist es jetzt, auf der nächsten Statuskonferenz am 12. und 13. Juni 2023 in Bamberg eine Top-Ten-Liste zu erarbeiten, die eine fundierte Basis für Anpassungen des Normengefüges bilden kann.

April 2023

Um -5,3% (knapp 6 sechs Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten) sanken die Emissionen 2022 aus dem Gebäudesektor in Deutschland. Trotz Minderung kein Grund zum Feiern; denn der Gebäudesektor überschreitet, wie bereits 2021, die erlaubte Jahresemissionsmenge gemäß Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG), die bei 107,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten liegt. Dass es eine Reduktion der Emissionen im Gebäudesektor insgesamt gab, lag zum großen Teil an den gestiegenen Energiepreisen und der milden Witterung. Energetische Sanierung und energieeffiziente Neubauten könnten langfristig die Emissionen im Gebäudesektor senken. Quelle: UBA

Die Nutzung und der Betreib von Gebäuden ist zwar die größere Emissionsquelle, aber dennoch machen der Bau und die Produktion von Bauteilen und -stoffen hohe Emissionen von ca. 76 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent aus. Diese werden jedoch nicht in der KSG-Berichterstattung einbezogen.

In der Wiederverwertung von Bauteilen und Baustoffen liegt ein Emissionsminderungspotential. Die Wiederverwertung von Bauteilen und Baustoffen hat durch die Reduzierung des Primärrohstoffverbrauchs in der Regel nicht nur einen emissionsmindernden Effekt, sondern trägt auch erheblich zur Reduktion der Abfallmenge bei: denn 55,4 % der Abfallgesamtmenge in Deutschland gehen auf Bau- und Abbruchabfälle zurück, die zumeist aus der Stadt ins Umland verbracht werden. Die SLP-Verbundvorhaben Integral und WieBauIn beschäftigen sich daher mit der Wiederverwertung von Baustoffen bzw. Bauteilen.

Bei der Wiederverwendung von Baustoffen und Bauteilen muss beachtet werden, dass diese schadstofffrei sein und neuen Normen entsprechen z.B. wäre es nicht im Sinne der Nachhaltigkeit, wenn wiederverwertete Fenster nicht den aktuellen Dämmstandards entsprächen. Gleichzeitig muss der Flächenverbrauch für die Lagerung von wiederzuverwendenden Materialien beachtet werden, denn dieser kann enorm sein, wenn die Wiederverwendung nicht zeitnah erfolgt.

März 2023

1,7 Mio. leerstehende Wohnungen gibt es derzeit in Deutschland.

Diese leerstehenden Wohnungen sollen laut Bundesbauministerin Klara Geywitz verstärkt in den Blick genommen werden, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Der Leerstand soll vor allem durch guten und attraktiven schienengebundenen Personennahverkehr (SPNV) für die aktuellen und zukünftigen Wohnraumbedürfnisse nutzbar gemacht werden.

Diese Aussage traf Klara Geywitz in der Bundespressekonferenz am 20. Februar 2023 zum Thema nachhaltiger Wohn- und Städtebau, bei dem das aktuelle Positionspapier von Umweltbundesamt (UBA) und Kommission Nachhaltiges Bauen am UBA (KNBau) vorgestellt wurde. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Auch in den Stadt-Land-Plus-Verbundvorhaben wird die Rolle der Verkehrsanbindung für die Attraktivität von Wohngebieten untersucht und diskutiert. Beispielsweise wird im Projekt NACHWUCHS mithilfe eines Indikators die fußläufige Erreichbarkeit von Haltestellen des schienengebundenen Personennahverkehrs in verschiedenen Wohnlagen ermittelt, mit dem Ziel, Wohnbauflächenentwicklung und Verkehrsentwicklung besser miteinander zu verzahnen. Auch in den Projekten StadtLandNavi und NEILA spielen die Verknüpfungen von SPNV-Haltepunkten und Wohnlagen eine wichtige Rolle für das Ableiten von Empfehlungen für ein nachhaltiges Flächenmanagement.

Quelle für die Zahl des Monats: Bundespressekonferenz – zum nachhaltigen Wohnungs- und Städtebau am 20.02.2023, verfügbar unter https://www.phoenix.de/nachhaltiger-staedtebau-a-3071418.html

Februar 2023

Über 2 Mio t CO2eq jährlich umfassen die Emissionen aus entwässerten Mooren allein im Landkreis Vorpommern-Greifswald, der damit bundesweit der Landkreis mit den höchsten Emissionen aus dieser Quelle ist in Vorpommern-Rügen sind es noch einmal mehr als 1 Mio t CO2eq.

Diese hohen Emissionen können nur durch Wiedervernässung gestoppt werden. Klimaziele für Deutschland setzen hier einen engen zeitlichen Rahmen, der nennenswerte Fortschritte zwischen 2030 und 2045 verlangt. Nach Wiedervernässung ist eine Weiterbewirtschaftung in der Landwirtschaft nur durch Betriebsumstellung auf Paludikultur möglich.

Gelingt es, mit Paludikultur zukünftig ca. ein Drittel der Moorflächen Vorpommerns für die Wärmeversorgung aus Nasswiesen-Biomasse zu nutzen, würden damit bis zu 1 Mio t. CO2eq weniger Emissionen aus der Landnutzung entstehen.

Geht man von ca. 4 t TM Ertrag je Hektar aus, sichern diese ca. 18 MWh Wärmeversorgung je Hektar jährlich. Damit würden die Emissionen aus der Wärmeerzeugung durch Ersatz fossiler Energieträger (z.B. 60.000 m³ Erdgas pro Jahr) um weitere 150.000 t CO2eq im Energiesektor vermindert werden. Die Wärmebereitstellung in Vorpommern allein aus nasser Nutzung der Moorflächen in Paludikultur im genannten Umfang wäre damit zu mehr als 35 % aus Paludi-Biomasse gedeckt.

So wird eine regional resiliente Absicherung der Wärmeversorgung bei gleichzeitiger Wertschöpfung für landwirtschaftliche Betriebe in einer klimagerechten Transformation der Landnutzung erreicht.

Nach mehr Daten und Informationen zu Mooren finden Sie im Mooratlas 2023.

Die Zahl des Monats Februar, hat das SLP Projekt VoCo, anlässlich des Welttags der Feuchtgebiete am 2.2.2023, aufbereitet. Nähere Informationen zum Projekt VoCo finden Sie hier. Zum Welttag der Freuchtgebiete finden Sie Informationen auf der UNEP Webpage.

Quelle: Mooratlas 2023

 

Januar 2023

Rund 6 Mrd. Euro jährliche EU-Agrarförderung stehen Deutschland ab diesem Jahr (2023) zur Verfügung für ein nachhaltiges und resilientes Agrar- und Ernährungssystem sowie für attraktive ländliche Räume.

Schon im Februar 2022 hatte Deutschland den nationalen GAP-Strategieplan-Entwurf (GAP = Gemeinsame Agrarpolitik) eingereicht. Nach Korrekturen und Anpassungen ist der nationale GAP-Strategieplan, seit dem 21. November 2022 per Durchführungsbeschluss, von der Europäischen Kommission genehmigt. Damit tritt er am 1. Januar 2023 offiziell in Kraft. Dadurch besteht auch die EU-rechtliche Grundlage für die Ausgestaltung der Förderperiode 2023 – 2027.

Der Strategieplan soll eine resiliente landwirtschaftliche Produktion zur Stärkung der Ernährungssicherheit unterstützen, honoriert Umwelt- und Klimaschutzleistungen, soll den Schutz der biologischen Vielfalt fördern und zur Zukunftsfestigkeit der ländlichen Räume beitragen.

Die Verbundprojekte OLGA, WertVoll, KOPOS und VoCo forschen zur nachhaltigen Landwirtschaft und tragen zu dieser bei.

Nähere Informationen zur Mittelverteilung stellt das BMEL hier bereit. Informationen zum nationalen GAP-Strategieplan finden Sie hier.

Quelle: BMEL

2022

Dezember 2022

Rund 11,7 Millionen Hektar der insgesamt 18,09 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland ist Ackerland und wird zum Anbau von Pflanzen für die Lebenssicherung genutzt.

Am Weltbodentag den 5. Dezember 2022, wird der Ackerboden im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin zum Boden des Jahres 2023 in Deutschland gekürt, um auf seine besondere Schutzwürdigkeit aufmerksam zu machen. Ackerboden ist schützenswert, da er essentiell für die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln ist. Mit der stetigen Verringerung der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche reduziert sich auch die Anbaufläche für regionale Lebensmittel: Die landwirtschaftliche Nutzfläche sank von 2016 bis 2020 um 425.000 Hektar pro Jahr. Der wichtigste Grund für die Verringerung von landwirtschaftlicher Fläche ist die Zunahme der Fläche für Siedlung und Verkehr um 243 800 Hektar im gleichen Zeitraum.

Neben den Problemen wie Verringerung der Anbaufläche und Verlust der Bodenfruchtbarkeit sind steigende Bodenpreise und diverse Hürden beim Zugang zu Ackerland insbesondere für Junglandwirte*innen in Deutschland oft ein Hemmnis für das Gelingen einer regionalen und nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion. Das SLP-Projekt KOPOS beschäftigt sich daher mit dem Zugang zu Ackerland in Berlin-Brandenburg.

Hier finden Sie weitere Informationen über die Rolle des Bodens für die Ernährungssicherung und den Weltbodentag. Informationen zum Boden des Jahres gibt es hier.

Quellen: Fläche Ackerland: Statistisches Bundesamt, alle restlichen Zahlen: Umweltbundesamt

November 2022

40 % der global ausgestoßenen Treibhausgase werden durch Bauen und Betreiben von Gebäuden und Infrastrukturen verursacht.

Darüber hinaus entsteht etwa die Hälfte der gesamten Abfälle in den westlichen Industrieländern durch Bau und Abriss. Hinzu kommen täglich etwa 45 Hektar naturnaher Landschaft, die allein in Deutschland in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewandelt werden. Diese Aspekte wurden auf der 21. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung thematisiert, die das nachhaltige Bauen und Wohnen als einen Schwerpunkt behandelte.

Ansätze, wie durch nachhaltiges Bauen Ressourcen und Flächen für Gebäude und Infrastruktur eingespart werden können, werden auch in den Stadt-Land-Plus-Verbundvorhaben entwickelt, z.B. zum Recycling von Baustoffen und Bauteilen oder zur effizienten Flächennutzung durch regionale integrierte Siedlungsentwicklung, integrierte Wohnflächenkonzepte oder Strategien für gerechte Bodenpolitik. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Beschreibungen der Stadt-Land-Plus-Themencluster und -projekte.

Quelle für die Zahl des Monats: Rat für Nachhaltige Entwicklung (2022): Ein nachhaltiges Deutschland bauen – jetzt erst recht 

Oktober 2022

156… Teilnehmende trafen sich zur Stadt-Land-Plus Statuskonferenz 2022 in Leipzig.

Am 19. und 20. September 2022 fand die Statuskonferenz der Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus statt. Der erste Konferenztag, im historischen Ballsaal Felsenkeller, stand ganz im Zeichen des Austausches und der Vernetzung, der verschiedenen Verbundprojekte. Durch interaktive Formate wurden die Teilnehmenden zu intensiven Diskussionen angeregt, um die besten Strategien für den Verstetigungsprozess herauszuarbeiten und Unterstützungsbedarfe aufzuzeigen. Am zweiten Konferenztag wurden Exkursionen zu unterschiedlichen Fachthemen in und um Leipzig angeboten.

Weitere Informationen zur Statuskonferenz finden Sie hier.

September 2022

4 … Exkursionen in Leipziger Umland sind im Rahmen der Stadt-Land-Plus-Statuskonferenz 2022 geplant.

Die diesjährige Statuskonferenz der Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus findet am 19. Und 20. September in Leipzig statt. Schwerpunktthema ist die Umsetzung und Verstetigung von Projektergebnissen. In einem interaktiven Format sollen die besten Strategien für den Verstetigungsprozess herausgearbeitet und Unterstützungsbedarfe aufgezeigt werden. Ein „Markt der Projekte“ lädt ein, die (Zwischen-)Ergebnisse aus den Verbundvorhaben näher kennenzulernen.

Am zweiten Konferenztag werden vier unterschiedliche Exkursionen in und um Leipzig mit einem Fokus auf Stadt-Land-Beziehungen angeboten, auf denen die vielfältigen Querverweise zu einzelnen Projekten aus Stadt-Land-Plus vertieft werden:

Exkursion 1: „Grün-Blaue Infrastruktur“
Exkursion 2: „Regionale Siedlungsflächen“
Exkursion 3: „Regionale Nahrungsmittelkreisläufe“
Exkursion 4: „Bergbaufolgelandschaften“

Weitere Informationen zur Statuskonferenz finden Sie hier.

4 … ist aber auch die Anzahl der Veranstaltungen in unserer Online-Reihe, die im Nachgang zur Statuskonferenz im November 2022 die zentralen Stadt-Land-Plus-Themen mit thematisch klar fokussierten Einzelveranstaltungen vertieft behandelt. Unter dem Motto „Aus Stadt und Land wird Plus – Themen, die Stadt und Land gemeinsam bewegen“ soll ein intensiver Austausch und Transfer von (Zwischen-)Ergebnissen in die breite (Fach-)Öffentlichkeit ermöglicht werden. Über die Online-Reihe sollen Expert*innen und Multiplikator*innen von der Bundes-, Landes- und Kommunalebene erreicht und eingebunden werden.
Jeweils dienstags von 10:00 bis 12:30 Uhr werden folgende Themen vorgestellt und diskutiert:

  • 08.11.2022: Stadtregional steuern! Mit stadtregionalen Entwicklungsprozessen Interessensausgleiche erzielen.
  • 15.11.2022: Flächen managen! Durch strategisches Flächenmanagement die Nutzungseffizienz der Flächen erhöhen.
  • 22.11.2022: Regional produzieren! Mit regionalen Produkten die nachhaltige Landnutzung fördern.
  • 29.11.2022: Kreisläufe schaffen! Durch regionale Kreislaufwirtschaft die lokale Wertschöpfung steigern.

Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen folgen in Kürze.

August 2022

16 ... Anzahl der eingereichten Beiträge für die Special Issue in „Land“.

Aus Anlass der internationalen Konferenz "Sustainable & Resilient Urban-Rural Partnerships - URP2020" (Deutsch: nachhaltigen und resilienten Stadt-Land-Partnerschaften) im November 2020 wurden 16 Beiträge in der Special Issue "Urban-Rural-Partnerships: Sustainable and Resilient" in der englischsprachigen Wissenschaftsjournal "Land" veröffentlicht. Die veröffentlichten Beiträge stellen sowohl innovative Ergebnisse von Verbundvorhaben der Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus vor als auch Arbeiten weiterer Teilnehmender und Interessierter zur URP2020. Derzeit findet auch die Begutachtung von weiteren Beiträgen statt für die Special Issue "Urban-Rural Partnerships" in der Fachzeitschrift "Raumforschung und Raumordnung | Spatial Research and Planning". Diese Sonderausgabe wird deutsch- und englischsprachige Beiträge umfassen. Sie wurde ebenfalls im Kontext der URP2020 konzipiert.

Weitere Informationen finden Sie in einer Newsmeldung der Fördermaßnahme hier.

Juli 2022

703,4 … m2 Siedlungsfläche werden in der EU pro Einwohner in Anspruch genommen.

In der EU hat die Siedlungsfläche pro Einwohner in den letzten Jahren weiter zugenommen: Gegenüber dem Jahr 2015 ist die Siedlungsfläche pro Einwohner um 3,3 % auf 703,4 m2 im Jahr 2018 angestiegen.

Bedingt durch zahlreiche Angebote in den Bereichen Kultur, Bildung und Arbeit ist ein urbaner Lebensstil zunehmend attraktiv für Europäer. Der Anstieg der städtischen Bevölkerung geht allerdings einher mit einer höheren Flächeninanspruchnahme für Siedlungsflächen. Diese umfassen versiegelte und nicht-versiegelte Flächen, z.B. Gebäude, Industrie- und Gewerbegebiete, Infrastruktur, Parks und Sportplätze. Diese Flächen stehen dann nicht mehr für Landwirtschaft, Wald oder eine natürliche Entwicklung zur Verfügung.

Zusammen mit anderen Indikatoren wie z.B. Recyclingrate von Siedlungsabfällen, Anschlussrate an Abwasserbehandlungsanlagen, Lärm- und Feinstaubbelastung u.a. wird der Fortschritt im Bereich SDG 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ auf EU-Ebene erfasst und bewertet. Im Bericht für 2022 über Ziele für nachhaltige Entwicklung in der Europäischen Union, der im Mai von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht worden ist, werden in SDG 11 moderate Fortschritte aufgezeigt. Erhebliche Fortschritte wurden z.B. bei den SDGs 1, 7, 8 und 9 erzielt. Rückschritte wurden bei SDG 15 festgestellt.

Quelle für die Zahl des Monats:

Europäische Kommission (2022): Sustainable development in the European Union. Overview of progress towards the SDGs in an EU context. Seite 208. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/eurostat/documents/3217494/14665254/KS-09-22-019-EN-N.pdf/2edccd6a-c90d-e2ed-ccda-7e3419c7c271?t=1654253664613

Juni 2022

104 … Planungsregionen der Regionalplanung existierten bundesweit zum 31. Dezember 2018

Gemäß § 8 Abs. 1 Nr. 2 ROG sind die Bundesländer in Deutschland zur Aufstellung von Raumordnungsplänen für ihre Teilräume verpflichtet. Mit Ausnahme der Stadtstaaten und dem Saarland werden auf dieser Grundlage flächendeckend Planungsregionen der Regionalplanung abgegrenzt.

In etwa zwei Drittel der Länder findet eine Untergliederung in vier oder fünf Planungsregionen statt. Von den 104 Planungsregionen liegen 87 in Westdeutschland, alleine 33 davon in Niedersachsen. Drei der nordrhein-westfälischen Planungsregionen unterteilen sich in insgesamt acht Teilabschnitte mit separaten Plänen. Eine Überschreitung von Ländergrenzen erfolgt mit der Metropolregion Rhein-Neckar und der Region Donau-Iller.

Wie die Regionalplanung noch besser in die Prozesse transdisziplinärer Forschung eingebunden werden kann und welche regionalplanerischen Instrumente für die Ergebnisimplementierung besonders zielführend sein können, wird im Stadt-Land-Plus-Workshop “Regionalplanung in transdisziplinären Forschungsprojekten” am 9. Juni 2022 aufgezeigt und diskutiert. Mehr Informationen zum Workshop finden Sie hier.

Quelle für die Zahl des Monats: Zaspel-Heisters, B. & Benz, C. (2020): Wie aktuell sind
die Raumordnungspläne in Deutschland? Eine bundesweite Analyse der Landes- und Regionalpläne. BBSR-Analysen KOMPAKT 03/2020.

Derzeit ist die „Raumordnung als Anwalt des Raumes […] als Problemlöser mehr gefragt denn je“, so Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg und Vorsitzender der Raumordnungsministerkonferenz. Angesichts der drängenden aktuellen und zukünftigen Herausforderungen, die sich aus den vielfältigen Flächennutzungskonflikten in Deutschland ergeben, kündigte Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen auf der 46. Ministerkonferenz für Raumordnung am 31. Mai 2022 in Potsdam eine Novelle des Raumordnungsgesetzes an. Wie der Bund die Rahmenbedingungen für die Raumordnung gemeinsam mit den Ländern verbessern möchte, erfahren Sie hier. (Quelle: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (2022): Ministerkonferenz für Raumordnung stellt sich neu auf: Klimaschutz und Energiesicherheit im Fokus. Pressemitteilung vom 31.05.2022.)

Mai 2022

840 … Abonnent*innen sind für den Stadt-Land-Plus-Newsletter registriert

Wir freuen uns über das zunehmende Interesse am Newsletter. Zum Ende des Vorjahres betrug die Zahl der Abonnent*innen noch ca. 750.

Der Stadt-Land-Plus Newsletter wurde in 2018 konzipiert. Der Newsletter soll in erster Linie basierend auf den aktuellen Meldungen auf der Website der Fördermaßnahme des Querschnittsvorhabens über Aktivitäten und Publikationen der Verbundvorhaben sowie über Veranstaltungen aus der und für die Fördermaßnahme informieren. Neben Lesetipps wird weiterhin ein Pressespiegel von Stadt-Land-Plus in den Medien angeboten, auch um die Ausstrahlung und Wirkung der Verbundaktivitäten in die Regionen zu unterlegen.

Im Jahr 2021 sind drei Ausgaben des Newsletters erschienen:

  • Newsletter #11 - November 2021 | Alle Zeichen auf starke Region
  • Newsletter #10 - Juli 2021 | Sind Stadt und Land gleich?
  • Newsletter #9 - Mai 2021 | Zwischen Unsicherheit und Erkenntnisgewinn

Die bisherigen Ausgaben der Stadt-Land-Plus-Newsletter sind hier zu finden. Auf dieser Seite (unten) können Sie sich auch für den Newsletter anmelden, wenn Sie ihn noch nicht abonniert haben sollten. Der nächste Newsletter soll im Mai erscheinen.

Quelle für die Zahl des Monats: Zwischenbericht 2021 des Stadt-Land-Plus-Querschnittsvorhabens.

April 2022

250 ... Fußballfelder Hopfen-Anbaufläche werden umgerechnet für das gesamte in der Metropolregion Nürnberg konsumierte Bier benötigt.

Hinzu kommen weitere 25.000 Fußballfelder für die erforderliche Braugerste. Diese Ergebnisse, die im Rahmen des Forschungsprojekts „ReProLa – Regionalproduktspezifisches Landmanagement in der Metropolregion Nürnberg“ in einer zweijährigen Forschungsphase ermittelt wurden, zeigen, dass die Erzeugung regionaler Produkte und die dafür benötigten landwirtschaftlichen Flächen in engem Zusammenhang stehen).

Wie Städte, Landkreise und Gemeinden eine stärker regional verankerte, nachhaltige Ernährungswirtschaft und Landwirtschaft voranbringen können, wird auch in diesem Jahr auf dem diesjährigen STADTLANDBIO-Kongress am 27./28. Juli in Nürnberg diskutiert. Parallel dazu wird die Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel BIOFACH vom 26. - 29.07.2022 ebenfalls am Messegelände Nürnberg stattfinden.

Auch Vorhaben aus der Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus werden auf dem STADTLANDBIO-Kongress vertreten sein: Am Mittwoch, 27.07.2022, von 13.30 bis 15.00 Uhr werden in Workshop 5 „Stadt-Land-Klima schmeckt: Praktische Beispiele zeigen den Weg zu Regionalität, mehr Geschmack und Klimaschutz“ konkrete Beispiele aus den Stadt-Land-Plus Vorhaben vorgestellt und mit dem Publikum zur Frage diskutiert: „Welche Wege zu einer regionalen Lebensmittelstrategie wollen wir beschreiten?“.

Impulse werden gegeben von den Vorhaben WERTvoll, KOPOS und VoCo. Die Moderation übernimmt Dr. Uwe Ferber (Querschnittsvorhaben Stadt-Land-Plus). Weitere Informationen zur Beteiligung von Stadt-Land-Plus finden Sie hier.

Tickets für den STADTLANDBIO-Kongress gibt es hier. Der Frühbucherrabatt gilt noch bis einschließlich 01.05.2022.

Auch im vorherigen Jahr 2021 war Stadt-Land-Plus am STADTLANDBIO-Kongress 2021 beteiligt. Im Blickfeld standen vielfältige Beispiele und Erfahrungen aus Praxis- und Forschungsprojekten von Bio-Städten, Öko-Modellregionen, Regionalinitiativen und auch Metropolregionen, und zwar europaweit. Die Stadt-Land-Plus-Vorhaben KOPOS, ReProLa und WERTvoll aus dem Cluster „Regionale Produkte“ präsentierten gute Beispiele und stellten Ergebnisse aus ihrer praxisorientierten Forschung vor. Eine Dokumentation der Beiträge aus 2021 finden Sie hier.

Quelle für die Zahl des Monats April: Metropolregion Nürnberg (2020): Regionale Bierproduktion benötigt 25.000 Fußballfelder Braugerste. Pressemitteilung vom 06.11.2020, zu finden unter https://www.metropolregionnuernberg.de/service/presse/regionale-bierproduktion-benoetigt-25000-fussballfelder-braugerste

März 2022

14,7 % ... Fläche (das entspricht 392 ha) wären in Baden-Württemberg in den Jahren 2018 bis 2020 weniger in Anspruch genommen worden, wenn die Referenz-Dichtewerte der Regionalpläne in Bebauungsplänen eingehalten worden wären.  

Zu diesen Ergebnissen kam das Siedlungsdichte-Monitoring 2018 bis 2020 der Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände Baden-Württemberg. Dies ist die erste systematische landesweite Auswertung der tatsächlichen Siedlungsdichte in Bebauungsplänen.

Auf Basis der ermittelten Daten kann in verschiedenen Raumstrukturen geprüft werden, welche Bruttowohndichten geschaffen wurden und inwiefern diese von den Referenz-Dichtevorgaben in den Regionalplänen abweichen. Die Referenzdichtewerte in den Regionalplänen legen Mindest-Bruttowohndichtewerte für den Wohnungsbau fest und können z.B. für die Flächennutzungsplanung verwendet werden.

Mit den untersuchten 1.416 Wohnraum-Bebauungsplänen (größer 0,3 ha) wurden im Zeitraum von 2018 bis 2020 (3 Jahre) auf 2.673 ha Fläche für 178.374 Einwohner Wohnraum geschaffen.

Quelle für die Zahl des Monats März 2022 - Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände Baden-Württemberg (2021): Siedlungsdichte-Monitoring 2018 bis 2020, Karlsruhe / Stuttgart. Sie können die Quelle hier in unseren Lesetipps finden.

Mehr Details zur Studie finden Sie in unserem Newsbeitrag.

Februar 2022

400.000 … Wohnungen pro Jahr sollen in Deutschland in den nächsten Jahren gebaut werden. 

Das ist das Ziel, das sich die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag „Mehr Fortschritt wagen. Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“ setzt.

Für diesen „Aufbruch in der Bau-, Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik“ sollen „400.000 neuen Wohnungen pro Jahr, davon 100.000 öffentlich geförderte Wohnungen“, gebaut werden. Dabei soll das „Bauen und Wohnen der Zukunft bezahlbar, klimaneutral, nachhaltig, barrierearm, innovativ und mit lebendigen öffentlichen Räumen“ gestaltet werden. Damit soll nicht nur das „Grundbedürfnis“ nach Wohnen befriedigt werden, sondern auch „so vielfältig wie die Menschen selbst“ sein.

Zu diesem Zweck möchte die Bundesregierung „die Vielfalt der Rahmenbedingungen und Wohnformen und individuellen Bedürfnisse der Menschen in ländlichen und urbanen Räumen in den Blick nehmen“ und die „finanzielle Unterstützung des Bundes für den sozialen Wohnungsbau inklusive sozialer Eigenheimförderung fortführen und die Mittel erhöhen“.

Quelle für die Zahl des Monats Februar 2022 - MEHR FORTSCHRITT WAGEN. BÜNDNIS FÜR FREIHEIT, GERECHTIGKEIT UND NACHHALTIGKEIT. Koalitionsvertrag 2021 – 2025 zwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD),BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und den Freien Demokraten (FDP).

Januar 2022

50% ... mehr Zeit brauchen Menschen, die in Orten bis 5.000 Einwohner:innen wohnen als die, die in großen Städten leben für eine Reise zum Artz oder ins Krankenhaus. 

Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie der Zeit-Stiftung mit dem Titel "Stadt und Land: Gleichwertig, Polarisiert, Vielfältig: Eine Metastudie zu Stadt-Land Beziehungen". Die Autoren bieten eine umfängliche Literaturrecherche zum Thema "Stadt und Land" an. Für die Studie wurden mehr als 200 wissenschaftliche und politische Quellen zu unterschiedlichen Leitthemen ausgewertet.

Vor kurzem sprach der Autor Prof. Stefan Seidentop mit Katharina Heckendorf, Moderatorin der Podcast-Serie "Urban Change" von der Zeit-Stiftung, über die Ergebnisse der Studie. Wer mehr über die Studie hören möchte, findet die Aufzeichnung des Gesprächs "Wie lassen sich Stadt-Land-Unterschiede überwinden, Prof. Stefan Siedentop?" online.

Quelle für die Zahl des Monats Januar 2022 - Seidentop, S., Stroms, P. (2021): Stadt und Land: Gleichwertig, Polarisiert, Vielfältig: Eine Metastudie zu Stadt-Land Beziehungen Im Auftrag der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Buceriu : Hamburg.

2021

Dezember 2021

52 = Hektar pro Tag (ha/d) tägliche Flächenneuinanspruchnahme in den Jahren 2016 bis 2019 für Siedlungs- und Verkehrszwecke.

Der „Verbrauch“ wertvoller Böden durch Versiegelung ist ein großes Problem. Auch das UBA Forums 2021 "Umlandstadt umweltschonend" betonte die Wichtigkeit der Reduktion der Flächenneuinanspruchnahme. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie strebt den Rückgang des täglichen Anstiegs bis zum Jahr 2030 auf weniger als 30 Hektar an. Das Bundesumweltministerium fordert einen maximalen Anstieg von 20 Hektar pro Tag bis 2030. Es müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, damit diese Ziele erreicht werden können.

Die Verbundvorhaben der Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus erarbeiten Strategien zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme. Dabei spielt die Analyse von Flächennutzungskonflikten und von Akteursallianzen eine wichtige Rolle. Details zu den Lösungsansätzen finden Sie sortiert nach Themen hier.

Quelle für die Zahl des Monats Dezember: https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltindikatoren/indikator-siedlungs-verkehrsflaeche#die-wichtigsten-fakten

 

November 2021

13 = Zuwachs der Wohnungsgröße pro Kopf in Quadratmetern zwischen 1990 (34m²) und heute (47m²)

Die Wohnfläche pro Kopf stieg in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich. Brauchen wir wirklich immer "mehr", um "besser" zu leben? In einem Stadt-Land-Plus-Workshop zu Suffizienz und Nachhaltigkeitsindikatoren am 10.11.2021 hinterfragen wir, wie wir mit weniger Ressourcenverbrauch starke Regionen ermöglichen.

Quelle für die Zahl des Monats November: Die Zeit Nr. 39, 23.9.2021, S. 11.

 

Oktober 2021

93 = Regenmenge in Liter/Quadratmeter, die zur Katastrophe an Ahr und Erft im Juli 2021 geführt hat und Anlass für den Stadt-Land-Plus Workshop "Wiederaufbauplanung und Hochwasservorsorge – Herausforderungen für Stadt und Land" ist.

Am 22. Oktober treffen sich Partner der Verbundvorhaben aus den betroffenen Kreisen, Städten und (Verbands-)Gemeinden Regionen. Einen Überblick der Events der Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus erhalten Sie hier.

Quelle für die Zahl des Monats Oktober: https://www.tagesschau.de/inland/studie-starkregen-101.html

 

September 2021

Derzeit werden 134 Teilvorhaben in der Fördermaßnahme Stadt-Land-Plus des BMBF gefördert

Sie bilden transdisziplinäre Verbundvorhaben mit Partner*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunen und Gesellschaft.

Am 14.-15. September 2021 haben sie ihre erreichten Zwischen-/Ergebnisse im Rahmen der Statuskonferenz 2021 vorgestellt. Hier finden Sie in Kürze eine ausführliche Dokumentation der Veranstaltung.

 

August 2021

Über 60 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen einer Studie des Projektes VoCo in Vorpommern sind bereit, für regionale Lebensmittel einen Aufpreis von 10 % oder mehr zu zahlen.

Hier finden Sie weitere spannende Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung [Link zu weiteren Ergenissen]. VoCo möchte Wertschöpfungsketten einer nachhaltigen Landnutzung unter Berücksichtigung der Stadt-Land- Beziehungen verbessern. Wertschöpfungspotenziale werden dazu analysiert. Mit regionalen Akteuren werden Nutzungsoptionen multifunktionaler Landnutzung entwickelt und Kriterien zur Auswahl von Modellprojekten festgelegt.

Im selben Monat fand die Umfrage des Projekts OLGA zum Thema “Wie regional ist Ihr Einkauf?” statt. Das Projekt OLGA rufte dabei Bürger:innen in Dresden und Umgebung auf, mehr über die Regionalität der Produkte in Restaurants, Metzgereien, Bäckereien und auf Wochenmärkten herauszufinden. Bürgerwissenschaftler:innen haben bis 30. September 2021 kleine Interviews durchgeführt und die Antworten online erfasst. Die Informationen werden im Vorhaben berücksichtigt. Weitere Infos finden Sie hier.

 

Juli 2021

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind zentrales Leitbild für nachhaltige Entwicklung auch im Stadt-Land-Kontext. Die Projekte der Fördermaßnahmen tragen mit spezifischen Ansätzen hierzu bei und adressieren unterschiedliche Dimensionen. Die Querschnittsthemen "Regionale Nachhaltigkeitsziele" und "Digitalisierung" bringen zentrale Diskussionen und Arbeiten, etwa zu Indikatoren, zusammen.

Die Nachhaltigkeitsziele wurden mit der "2030 Agenda for Sustainable Development" der Vereinten Nationen verabschiedet. Alle Staaten sind aufgefordert, sich danach auszurichten und ihre Handlungen entsprechend anzupassen. Die 17 Oberziele werden mit 169 Unterziele weiter heruntergebrochen.

Weitere Informationen zu den Nachhaltigkeitszielen finden Sie hier.