Weltklimabericht der WMO prognostiziert schnelleres Voranschreiten der Erderwärmung

Der Weltklimabericht „State of the Global Climate 2020“ der Weltwetterorganisation WMO prognostiziert, dass der globale Klimawandel schneller voranschreitet als bisher angenommen. Bereits im Jahr 2026 könnten die weltweiten Durchschnittstemperaturen das vorindustrielle Temperaturlevel zeitweise um 1,5 °C überschreiten.

Das schnelle Voranschreiten des Klimawandels gefährdet allerdings das Erreichen vieler Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs): zum Beispiel können steigende Temperaturen zum Verlust von Arten und Ökosystemen führen, was zu Ertragseinbußen in Landwirtschaft und Fischerei führen kann und folglich die Ernährungssicherheit und die Existenzgrundlage vieler Menschen gefährdet (SDGs 1, 2, 14, 15). Extreme Wetter- und Klimaereignisse werden sich häufen und zu volkswirtschaftlich sehr kostenintensiven Gesundheitsrisiken, Infrastrukturschäden und Wasserknappheit führen (SDGs 1, 3, 6, 9, 11). Bestehende Ungleichheiten und Konflikte können dadurch verschärft werden (SDGs, 10, 16) – nicht nur auf fernen Kontinenten, sondern auch in Deutschland und Europa.

Bereits vor einem Monat wurde der dritte Teil des 6. IPCC-Sachstandsberichts „Minderung des Klimawandels“ verabschiedet. Darin wird unter anderem auch die Rolle der Verbindungen von Stadt und Land für den Klimaschutz beleuchtet. Wichtige Aspekte innerhalb des Stadt-Land-Nexus auf dem Weg zur Klimaneutralität umfassen vor allem die Gestaltung von Lieferketten, Wasser- und Abfallmanagement, Ernährungssysteme und urbane Land- und Forstwirtschaft.

Um als Stadt klimaneutral werden zu können, ist es demnach nicht nur entscheidend, was innerhalb der administrativen Grenzen passiert, sondern wie Treibhausgasemissionen upstream entlang der gesamten Lieferketten beeinflusst werden. Ein integriertes Abfallmanagement kann durch Erhöhung des Recyclings Treibhausgasemissionen für die Bereitstellung von Primärrohstoffen und -energie sowie durch vermiedene Landnutzungsänderungen einsparen und den Druck auf Landnutzung und Umwelt reduzieren. Auch Änderungen in der Verteilung von Wasser zwischen urbanen und ländlichen Gebieten haben das Potential, zum Klimaschutz beizutragen, indem mehr Niederschlagswasser in urbanen Gebieten aufgefangen und genutzt wird und der Energieverbrauch für städtische Wasserversorgung, -reinigung und -ableitung reduziert wird.

Die Integration von Ernährungssystemen in die Stadtplanung kann dazu beitragen, eine nachhaltige Ernährungsversorgung in Städten zu sichern, eine regionale Versorgung ökonomisch attraktiver zu machen und gleichzeitig Emissionen für den Transport der Nahrungsmittel zu senken. Kommunale Verwaltungen können eine klimafreundliche Ernährung unterstützen, z.B. durch entsprechende Gestaltung der öffentlichen Beschaffung. Urbane und peri-urbane Nahrungsmittelproduktion und Forstwirtschaft, z.B. in Agroforstsystemen oder Aquakultur- Nutztier-Kulturpflanzen-Systemen, beruhen häufig auf Nährstoffrecycling und der Nutzung von Niederschlags- oder Brauchwasser und können umweltfreundlich, sozial akzeptiert und ökonomisch tragfähig sein.

Die Notwendigkeit zur Untersuchung und Implementierung von Maßnahmen für Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung in Städten und ihrem Umland ist also höher denn je. Die Fördermaßnahme „Stadt-Land-Plus“ bietet dafür einen geeigneten Rahmen.

Weitere Informationen und den Weltklimabericht der WMO finden Sie hier.

Die Abbildung zeigt junge Menschen, die ein Schild halten, auf dem steht “Climate ist Changing! What about you?“
Der zügig voranschreitende Klimawandel erfordert auch eine zügige Umsetzung von Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung.

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