Gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land im Fokus

Die Abbildung zeigt eine Straße mit Fußgängerüberweg. Rechts von der Straße befindet sich ein gepflasterter Fußweg. Links der Straße liegt ein Wohnblock. Entlang der Straße befinden sich mehrere große Bäume.
Jeder Fünfte ist mit der Daseinsvorsorge vor Ort unzufrieden. Gleichwertige Lebensverhältnisse sind ein wichtiger Faktor für die Demokratiezufriedenheit, Bild: Pixabay/jwvein

Die meisten Menschen schätzen ihren Wohnort zwar als „attraktiv“ ein, aber jede bzw. jeder Fünfte ist mit der Daseinsvorsorge vor Ort unzufrieden. So lautet ein zentraler Befund des Deutschland-Monitors 2023. Der Bericht wird von Forschenden des Zentrum für Sozialforschung Halle, der Universität Jena sowie dem Leibnitz-Institut GESIS erstellt und vom Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland gefördert. Das aktuelle Schwerpunktthema lautet „Stadt und Land“, analog zum Schwerpunktthema des Berichts der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit 2023.

Wer seine Region als abgehängt wahrnimmt, ist unzufriedener mit der Demokratie

Dabei verweisen Menschen in ländlichen Regionen häufig auf Mängel bei ÖPNV, Einkaufsmöglichkeiten und der medizinischen Versorgung, während im städtischen Raum vielfach ein fehlender bezahlbarer Wohnraum beklagt wird. Zudem empfinden gerade Ostdeutsche sowie Bewohner in Kreisen mit schwacher Wirtschaftskraft ihre Region häufiger als „abgehängt“. Mit direkten Auswirkungen auf unsere Demokratie: Wer seine Region als abgehängt wahrnimmt und die Daseinsvorsorge vor Ort kritisch betrachtet, ist dem Deutschland-Monitor zufolge häufiger unzufrieden mit der Funktionsweise unserer Demokratie.

Die Autor:innen kommen deshalb zu dem Schluss, dass die regionale Strukturpolitik noch stärker auf wirtschaftlich schwächere Regionen abzielen sollte. Eine Politik für gleichwertige Lebensverhältnisse ist auch eine Politik der Demokratiestärkung und Basis für Solidarität, Zusammenhalt und Respekt.

Bundesweite repräsentative Studie mit rund 8.000 Interviews

Der Deutschland-Monitor soll jährlich erscheinen. Es handelt sich um eine regional differenzierte und im Zeitverlauf vergleichend angelegte Untersuchung. Im Fokus stehen Beständigkeit und Veränderungen der politischen und gesellschaftlichen Stimmungslagen und Einstellungen der Bürger:innen in Ost- und Westdeutschland. Die Studie besteht aus einer bundesweiten Repräsentativerhebung (rund 4.000 Interviews) sowie einer regionale Vertiefungsstudie in acht strukturstarken und -schwachen Landkreisen bzw. kreisfreien Städten in Ost- und Westdeutschland (rund 4.000 Interviews). Dabei werden einzelne Kreise über mehrere Erhebungswellen hinweg in die Studie einbezogen und Schritt für Schritt durch weitere Kreise mit ähnlichen Strukturmerkmalen ersetzt (sogenanntes rollierendes Kreispanel). Hinzu kommen Fokusgruppen-Diskussionen zur qualitativen Vertiefung der Erkenntnisse.

Inhaltlich umfasst der Deutschland-Monitor einen gleichbleibenden Fragenkanon zu Kernindikatoren der politischen Kultur und Gesellschaftskultur sowie ein jährlich wechselndes Schwerpunktthema, das aktuelle Problemlagen aufgreift.

Der Deutschland-Monitor geht zurück auf eine Handlungsempfehlung der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ PDF, 39 MB, barrierefrei aus dem Jahr 2020, der sich die Bundesregierung angeschlossen hat.

Die Erhebungsdaten des Deutschland-Monitors werden durch GESIS für weitere wissenschaftliche Analysen zur Verfügung gestellt.

Hier finden Sie eine Kurzinformation zu den wesentlichen Befunden

Hier finden Sie den Gesamtbericht des Forschungskonsortiums zum Deutschland-Monitor 2023.

Quelle: Der Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, 29.01.2024 (Link)

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